Bereits seit Jahren treibt Etteln die Digitalisierung des Dorfes im Altenautal voran. Schon im
Jahr 2018 fand im voll besetzten Bürgerhaus die erste Zukunftskonferenz zum Thema
Digitalisierung mit bundesweit anerkannten Referenten teil. Danach hat die Dorfgemeinschaft
in ehrenamtlicher Eigenleistung 30 Kilometer Glasfaser im Außenbereich ‚bis zur letzten
Milchkanne‘ verlegt und damit allen die Möglichkeit zur digitalen Teilhabe verschafft. Anfang
2020 wurden dann das mit dem Internet verbundene Elektro-Dorfauto ettCAR und die digitale
Dorf-App Crossiety eingeführt. Einmalig bei der Dorf-App: eine Beteiligung ist nicht nur über
das Smartphone oder einen Computer möglich, sondern die aktuellsten Nachrichten werden
auch auf einem digitalen Aushangkasten im Schaufester der Bäckerei Zacharias für
diejenigen dargestellt, die noch keinen eigenen Zugang zur Dorf-App haben.
Am Dienstag, dem 12.10.2021 nimmt das innovative Altenaudorf das nächste
Digitalisierungsprojekt in Betrieb: die digitale Mitfahrbank.
Ortsvorsteher Ulrich Ahle: „In Etteln sind wir durch den Öffentlichen Personennahverkehr
ausgezeichnet angebunden. Alle 30 Minuten ist man mit dem Bus nach 22 Minuten im
Stadtzentrum von Paderborn. Schwieriger ist es jedoch, unsere Nachbarorte zu erreichen.“
Elmar Schäfer, Vorsitzender des projekttragenden Vereins Etteln-aktiv ergänzt: „Mit dem Auto
benötige ich 10 Minuten für die Strecke von Etteln nach Dörenhagen. Mit dem Bus muss man
über Paderborn fahren und es dauert über eine Stunde. Daher haben wir uns Gedanken zu
alternativen Mobilitätsformen gemacht und als ein Element die Mitfahrbank in Etteln
installiert.“
Eine Mitfahrbank ist eine im öffentlichen Raum aufgestellte Sitzbank mit einem besonderen
Zweck: Durch das Platznehmen auf dieser Bank signalisieren die Wartenden, dass sie auf
eine spontane, kostenlose Mitfahrgelegenheit im PKW zu einem bestimmten Ziel hoffen. Seit
gut 10 Jahren werden diese Bänke in vielen Regionen Deutschlands zur Ergänzung der
Mobilitätsangebote installiert. An einigen Standorten ermöglichen außerdem große
herausklappbare oder herausschiebbare Schilder mit Ortsnamen, den näherkommenden
Autofahrern den gewünschten Zielort deutlich zu signalisieren. In einigen Städten und
Kommunen wird das Angebot durch die Bürger:innen nicht angenommen, in anderen boomt
es geradezu, so wie z.B. in Schuttertal in Süddeutschland: „Es scheint, als hätten viele
Menschen geradezu auf das Mitfahrbänkle gewartet, um das, was in der heutigen schnellen
und hektischen Zeit so schnell verlorengeht, durch solche unkomplizierten zufälligen
Begegnungen wieder aufzuholen“, erklärt die Projektleiterin Lucia Eitenbachler. Laut ADAC ist
es für die Akzeptanz entscheidend, dass es ein entsprechendes Informationsangebot gibt
sowie ein gutes Marketing – damit die Mitfahrbänke bekannt werden.