Lärm und Umweltrisiken nerven Anlieger der A33 in Borchen weiterhin

Ich wurde auf meiner Begegnungstour durch die Ortsteile gerade in Nord-/Kirchborchen und Alfen und vom Kopf der Bürgerinitiative und FWB Mitglied Herbert Galle auf die weiterhin starke Lärmbelästigung durch den Verkehr auf der A 33 angesprochen. Auch schriftliche Forderungen nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung zur Lärmreduzierung liegen mir zwischenzeitlich vor. Die Lärmbelästigung wurde auch in der Facebook-Gruppe Borchen thematisiert. Die Menschen sind vom Lärm weiterhin genervt.

Hintergrund: Die FWB unterstützt die Bürgerinitiative bereits seit Jahren und half 2013 mit 2 Bürgerbriefen und Infoständen Anträge auf nachträglichen Lärmschutz zu sammeln. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hatte 2012 festgestellt, dass bis zu 30 Jahre nachträglicher Lärmschutz gefordert werden kann, wenn bei den Planungen von zu geringen Verkehrszahlen und Geräusch-Emissionen ausgegangen wurde. Ursprünglich war die A 33 für 11.000 Autos ausgelegt worden. Schon nach Fertigstellung waren es 19.000, heute ist von durchschnittlich 40.000 Fahrzeugen täglich auszugehen.

Aktuell wurden die Lärmschutzwände bereits auf 6,50 Meter statt wie zuvor 3,40 Meter erhöht und die Brückenfuge wurde so ausgebessert, dass das Überfahren kaum noch zu hören ist. Der Lärmschutz hat für die in unmittelbarer Nähe wohnenden Anwohner durchaus eine Verbesserung gebracht. Allerdings zeigt sich, dass die Schallausbreitung ganz Borchen betrifft. So sind jetzt die weiter hinten wohnenden Bürger/innen in Kirchborchen und Alfen stärker betroffen. Auch in Nordborchen sind die Bewohner vom Lärm zunehmend genervt. Die Faktoren der Topografie und des Windes zeigen sich in Borchen als zusätzliche Verstärker des Autobahnlärmes.
Die heute gültige Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen – RLS 90 – geht von einer Mittelwertberechnung aus und bildet diese Faktoren laut Auffassung der Anwohner nur unzureichend ab. Was aber auch am Wind liegen kann; so die Experten Herbert Galle und Friedhelm Heiny, bei denen ich mich nach den vielen Rückmeldungen erkundigte. Bei Ostwind ist es nahezu still. Südwestwind sei das Schlimmste. Die Forderung nach einer Verlängerung des Tempolimit von der Abfahrt Borchen/Alfen – derzeit erst ab Mönkeloh -, unterstütze ich. Ein Antrag hierzu wurde durch die FWB bereits 2016 gestellt.

Herbert Galle, Thomas Pagel (FWB) und Friedhelm Heiny wiesen auch auf das Problem des ungefilterten Ablaufs des stark verunreinigten Regenwassers der Autobahnbrücke auf die umliegenden Wiesen hin. Das sei der Verwaltung seit Jahren bekannt.
Bei einem Fahrzeugaufkommen bis zu 11.000 Autos pro Tag ist eine Filterung nicht zwingend erforderlich. Bei der aktuellen Belastung durch das angestiegene Verkehrsaufkommen muss die Situation neu betrachtet werden. Im weiteren Verlauf der A33 werden inzwischen Regenrückhaltebecken gebaut, um das von der Fahrbahn ablaufende Regenwasser aufzufangen. So können insbesondere Öl, Schmier- und sonstige Schadstoffe abgeschieden werden. Das sollte auch für Borchen gelten.

Foto: v.l.n.r.: Thomas Pagel (FWB), Uwe Gockel, Herbert Galle (FWB)

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