Kommentar zur Berichterstattung über den Gemeinderatsbeschluss vom 14.05.2020 zur Änderung des Raumprogramms der Küche im Neubau des zweigruppigen Kindergartenteilstandorts und Betreuungsgebäudes.

Gesunde Ernährung für den Borchener Nachwuchs – Frischeküche für Dörenhagen!

Wie berichtet spreche ich mich für den Erhalt der Frischküche aus.

Der Rat hat am 14.05.2020 eine auf die Zukunft ausgerichtete Entscheidung zum Wohle der Kinder getroffen! In der Ratssitzung wurden die gegenteiligen Auffassungen der Fraktionen erneut deutlich. Insbesondere um die Frage, ob die für dieses Vorhaben erforderlichen finanziellen Mittel an dieser Stelle gut investiert sind und dauerhaft getragen werden können, wurde heftig gerungen.

Die Einlassung von Carsten Koch (FWB FDP – Die Freien), dass es im Wissen um die seit Jahren angespannte finanzielle Situation der Gemeinde wichtig sei, finanzielle Mittel für die richtigen, nachhaltigen Projekte zu verausgaben, brachte wohl auf den Punkt, was viele der interessierten Zuhörer dachten. Ein sinnvolles Projekt sei – so Koch – ohne Zweifel eine gesunde Ernährung in Form einer Frischeküche.

Die negative öffentliche Darstellung der Debatte („Küchen-Schlacht“, „Rolle rückwärts, “Mammutsitzung“, „Luxus-Beschluss“) und der Beschlüsse bedürfen aus meiner Sicht einer Klarstellung in der Sache:

  1. Verzögerung des Architektenwettbewerbs
    „Damit verzögere sich der Architektenwettbewerb, wie Bürgermeister Reiner Allerdissen mitteilt: „Wir werden mindestens ein halbes Jahr zurückgeworfen“. In der Ratssitzung blieb offen, ob tatsächlich ein zeitlicher Verzug eintritt. Mit der beschlossenen Vorgabe von 95m² für den Küchenbereich kann sicherlich von dem renommierten Planungsbüro Drees&Huesmann auch ohne größeren zeitlichen Verzug der Architektenwettbewerb starten.

  2. „Wahlkampfgeschenke“
    Der Vorwurf eines Ratsmitglieds an die Fraktion der Grünen „Wahlkampfgeschenke zu verteilen“ wurde in der Sitzung selbst nicht kommentiert, wohl aber von der Presse aufgegriffen. Zur Klarstellung: Seit nunmehr 20 Jahren wird das Essen in der OGS der Montessorischule frisch gekocht. Dies jetzt als Wahlkampfgeschenk darzustellen, erscheint mir doch sehr abwegig. Vielmehr ist es die Fortsetzung eines langjährig erprobten Erfolgsmodells.

  3. Mehrkosten
    Bürgermeister Allerdissen wird im WV vom 16.05.2020 zitiert:
    „Das wird finanziell eine andere Hausnummer. Das ist nicht alleine mit mehr Fläche getan. Auf die Eltern kommen eventuell erhebliche Mehrkosten für das Essen zu. Wir müssen uns überlegen, wie wir das finanzieren.“
    „Auch Allerdissen sah die Gefahr, dass dann der Haushalt der Gemeinde belastet werde: „Und dann zahlt jeder Borchener dafür“.

    Aktuell wird die Frischeküche in Dörenhagen kostendeckend betrieben. Die Kosten der Verpflegung sind selbstverständlich immer eng mit der angebotenen Qualität verbunden. Seit dem Beschluss des Rates vom Dezember 2019 wurde deutlich, dass sich die Dörenhagener Bürgerinnen und Bürgern für eine hohe Qualität in der Verpflegung durch eine Frischküche aussprechen.
    Mehrkosten gegenüber der heutigen Essenszubereitung werden auch seitens des Fördervereins nicht erwartet. Der Einsatz moderner Küchengeräte, wie Konvektomaten wird eher zu Einsparungen im Bereich Energiekosten und Synergien im Bereich der Arbeitsprozesse führen. Die Abhängigkeit von externen Anlieferern und damit das Risiko im Falle von Insolvenzen oder Schließungen wegen nicht zu beeinflussenden Faktoren (Fehlplanungen oder hygienischer Probleme) höhere Kosten tragen zu müssen, entfällt hingegen.

    Die Eltern haben bisher und werden auch weiterhin ihren Teil der „Vereinbarung“ tragen und bei fairen Preisen für eine kostendeckende Frischeküche eintreten.

  4. „Luxus-Beschluss“ (NW vom 16.05.2020)
    Das Wort Luxus (von lateinisch luxusVerschwendung‘, ‚Liederlichkeit‘, eigentlich ‚üppige Fruchtbarkeit‘) bezeichnet laut Wikipedia Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche über das übliche Maß (den üblichen Lebensstandard) hinausgehen bzw. über das in einer Gesellschaft als notwendig oder sinnvoll erachtete Maß.
    Von einem Luxus Beschluss im Zusammenhang mit der Entscheidung über eine gesunde Ernährung zu sprechen ist sicherlich eine subjektive Wahrnehmung. Mir erscheint es abwegig und befremdend. Gleiches gilt für den gewählten Begriff der „Küchen-Schlacht“
    Aktuell wird die Verpflegungsform der Frischküche zumindest noch von der DGE als Standard für eine vollwertige Schulverpflegung dargestellt.

  5. Beteiligung des Fördervereins – NW vom 16.05.2020
    „Vertreter von Schule, Kita, Eltern und Gemeinde hatten sich in drei Sitzungen auf 60m² für eine Küche geeinigt“.
    Dem Förderverein wurde die Endfassung des Testentwurfes von der Gemeinde mit der Bitte um Kommentierung zugesandt. Leider fehlt in der öffentlichen Darstellung der Hinweis, dass der Förderverein gegenüber der Gemeinde schriftlich darauf hingewiesen hat, dass die Küche in dieser Form zu klein sei.

Uwe Gockel
(Unabhängiger Bürgermeisterkandidat)

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