Corona-Krise – Chancen und Erfordernisse

Gedanken zur aktuellen Situation der Corona-Krise – Was können wir auf kommunaler Ebene aus den Erfahrungen der Corona-Krise lernen? Welche Chance stecken trotz der erschütternden Folgen von Corona in dieser Krise ?

  1. Wirtschaft – Nachhaltige Gestaltung unserer Liefer- und Wertschöpfungsketten
    Die Produktionsnetzwerke unserer Wirtschaft wurden in den letzten Jahrzehnten immer globaler aufgestellt.

    Am Beispiel der Gesichtsmasken, aber auch von Grundstoffen wichtiger Arzneimittel, wird die heutige Abhängigkeit von Ländern, insbesondere China, deutlich. Andererseits verfügt Deutschland zwar über die erforderlichen Grundnahrungsmittel wie Milch, Kartoffeln, Fleisch und Gemüse. Es fehlen aber die Helfer, die den allseits beliebten Spargel, oder auch Paprika und Gemüse in Gewächshäusern ernten.

    Die Corona-Krise hat uns verdeutlicht, dass die globalen Lieferketten nicht so robust sind, wie wir es uns immer vorgestellt haben. Zudem hat sie uns bewusst gemacht, wie fragil unsere derzeitigen Wertschöpfungsketten sind. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Bewusstsein die Produktion zunehmend in den nationalen bzw. europäischen Raum zurückgeholt wird oder zumindest alternative Lieferketten aufgebaut werden, um das Risiko breiter zu verteilen.

    Chancen, die uns die Corona-Krise bietet:
    Wichtig erscheint mir auf kommunaler Ebene die Verfügbarkeit lebenswichtiger Güter und Dienstleistungen sicher zu stellen, unsere Produktionsketten zu prüfen und unsere heimische Wirtschaft zu stärken.
    Nach Möglichkeit sollte die Wertschöpfung durch kurze Lieferketten, möglichst auch durch Direktvermarktung erfolgen. Auch der Verbraucher ist heute wieder mehr daran interessiert, regionale, lokale Produkte und Erzeugnisse zu kaufen. Teil einer Strategie sollte deshalb sein, die örtliche Landwirtschaft nachhaltig zu stärken, um Produkte regional anbieten zu können. Aber auch unsere heimischen Unternehmen zu unterstützen, zu bewerben und mit den Firmen vor Ort unter Beteiligung wissenschaftlicher Institutionen robuste Produktionsstrukturen und Lieferketten (insbesondere für Produkte und Dienstleistungen der Daseinsvorsorge und der Grundversorgung) zu gestalten, um Risiken abzubauen und nachhaltig erfolgreich zu sein.
     
  2. Öffentliche Einrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten
    Die öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten müssen die Voraussetzungen zur Einhaltung des Infektionsschutz erfüllen. Vor allem die Sanitäranlagen sind entsprechend zu gestalten. Infektionsschutz muss hier an erster Stelle stehen. Desinfektionsmittel und Masken müssen in ausreichendem Volumen zur Verfügung stehen.

    Chancen, die uns die Corona-Krise bietet:
    – Digitale Möglichkeiten für einen besseren und individuelleren Unterricht nutzen
    – Schulen digital befähigen: die Schließung der Schulen hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, digitale Alternativen zu haben und diese auch im normalen Schulalltag stärker zu etablieren
    – durch digitale Lösungen zu kleineren Klassen und individueller Förderung

  3. Naturschutz
    Das Risiko von Krankheitsausbrüchen steigt nach Aussage unserer Bundesumweltministerin Svenja Schulze und wissenschaftlicher Analysen mit zunehmender Naturzerstörung. Weltweiter Naturschutz kann das Risiko künftiger Seuchen verringern. Um unsere Lebensgrundlage zu erhalten, müssen wir deshalb jetzt auf allen Ebenen einen Beitrag leisten und unser Ökosystem vor weiteren Eingriffen schützen. Dazu bedarf es insbesondere eines Wandels unserer Gesellschaft. Der Klimawandel kann (wie die Corona-Krise) nur noch durch schnelles, ambitioniertes Handeln eingedämmt werden.

    Chancen, die uns die Corona-Krise bietet:
    – Veränderungen, die unter Normalbedingungen undenkbar wären, anzugehen. Die Bundes- und Landesregierung wird im Kampf gegen das Coronavirus durch Konjunkturpakete die Wirtschaft stützen und die Beschäftigung stabilisieren. Diese finanziellen Mittel sollten auch genutzt werden, um den Klimaschutz zu verbessern und ökologisch nachhaltige Produkte zu erzeugen.
    – Ausbau von Infrastrukturen für Elektromobilität
    – die energetische Sanierungsquote für Gebäude beschleunigen
    – neue Umwelttechnologien wie Basisstrukturen für grünen Wasserstoff aufgebaut werden.

    Unterm Strich ist das nicht nur wirtschaftsfördernd, sondern auch sozial, nachhaltig und ökologisch sinnvoll.

    Die Corona-Krise führte innerhalb sehr kurzer Zeit zu Verhaltensänderungen, die dem Klimaschutz zuträglich sind, sei es in der Mobilität, dem Konsum, der Ernährung oder unserem Umgang mit der Natur. Die Digitalisierung wird durch die Krise eine rasante Entwicklung nehmen. Nutzen wir diese Chance auch für den Natur- und Klimaschutz.

  4. Kommunikation und Information
    Die Gemeindeverwaltung hat sich sehr bemüht aktuell über Vorgaben des Landes zu informieren. Auch neue Kommunikationsmethoden wie Videobotschaften über YouTube wurden genutzt. In der Reflektion des Krisenmanagements gilt es immer auch zu berücksichtigen, dass diese Situation absolut unvorhersehbar auf die Verwaltung zukam. Für die Zukunft gilt es jetzt die erforderlichen Prozesse und Zuständigkeiten für Krisensituation zu definieren und transparent zu beschreiben. So können die Erfahrungen aus der Corona-Krise sicher auch für künftige Krisen gewinnbringend genutzt werden.

    Chancen, die uns die Corona-Krise bietet:
    Nutzung des digitalen Impulses, um die Anstrengung der Verwaltung zur Digitalisierung ihrer Prozesse und auch der Dienste für den Bürger deutlich zu erhöhen. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, dass es auch weiterhin möglich sein muss, persönlich Angelegenheiten zu regeln.

  5. Solidarität innerhalb der Gemeinde
    Respekt !!! Ich bin wirklich begeistert von der Solidarität und Hilfsbereitschaft, die sich – von Beginn der Krise an – gezeigt hat und die bis zum heutigen Tag anhält. Vereine, die auch über den Vereinszweck hinaus ihre Hilfe anbieten; Initiativen, die professionell Internetseiten aufbauen, gestalten und über soziale Medien für rasche Kommunikation und schnelle Hilfen sorgen. Informationen für Unternehmen und Familien, Übungen für Kinder und Erwachsene, Hinweise auf wichtige Aktionen und Hilfsangebote, Spendenaufrufe u.a.
    Borchen hält wahrhaft zusammen !!!

    Chancen, die uns die Corona-Krise bietet:
    Diesen respektvollen Umgang, solidarischen Zusammenhalt und das „Füreinander da sein“ in die Zeit nach der Krise mitzunehmen und zu pflegen, um so die Herausforderun-gen unserer Zeit zu bewältigen.

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